Riot Games greift in eine der einflussreichsten strategischen Verschiebungen ein, die League of Legends in dieser Saison erlebt hat. Nachdem AP-Magier die klassischen Marksmen monatelang aus der Botlane verdrängt haben, bestätigt das Balance-Team nun: Patch 26.16 bringt ein Buff-Paket für ADCs – und macht das Roamen von Supports deutlich teurer.
Wie das Mage-Bot-Meta die Map übernommen hat
Die Entwicklung kam nicht über Nacht. Laut Lead Gameplay Designer Matt “Phroxzon” Leung-Harrison lagen Magier in der Botlane beim MSI 2026 bei rund 20 Prozent der Picks – auffällig, aber noch keine Dominanz. Über den Sommer-Circuit, unter anderem beim Esports World Cup und beim KeSPA Cup, stieg die Draft-Priorität dann deutlich. Inzwischen schwappt die Strategie auch in die hohen Ranked-Ligen.
Riot sieht die Ursache im eigenen früheren Balancing. Ranged-Supports und Enchanter stützten Hypercarry-ADCs, weshalb Patch 26.11 Melee-Supports stärkte und Ranged-Optionen beschnitt. Parallel fanden Profis neue Wege, Anti-Roaming- und Laneswap-Beschränkungen zu umgehen. Das Ergebnis waren laut Phroxzon “2 major swings towards roaming supports and away from ADC bot”.
Das ändert sich in Patch 26.16
Statt eines Umbaus ganzer Klassen zielt Riot auf Ausreißer. Die bestätigte Richtung:
- Gold- und XP-Strafe für Supports außerhalb der Lane steigt von 25 Prozent bis Level 3 auf 33 Prozent bis Level 5.
- Buffs für Berserkerstiefel.
- Buffs für Fleet Footwork (Flottenarbeit).
- Höhere Basis-Magieresistenz für ADCs, dafür weniger MR-Zuwachs pro Level.
- Buffs für den Beschwörerzauber Heilung.
Zusätzlich testet das Team weitere experimentelle Anpassungen. Die endgültige Changelist kann also von dieser Vorschau abweichen.
Warum die Magier nicht hart generft werden
Brand, Swain, Ziggs, Veigar, Seraphine und Xerath bleiben bewusst weitgehend unangetastet. Die Begründung: Solo-Queue-Winrates überzeichnen ihre tatsächliche Stärke. Im Ranked gewinnen sie über Poke und 2v2-Kill-Druck und funktionieren selbst in unerfahrenen Händen, während ihr Wert im Profibereich vor allem darin liegt, roamende Support-Kompositionen zu ermöglichen. Nerfs an den Champions selbst würden also die falsche Spielergruppe treffen.
Die Designer betonen außerdem, dass Profis nicht gezwungen werden sollen, über Nacht eine völlig andere Champion-Subklasse zu lernen. ADCs bleiben die vorgesehene Standardwahl für die Botlane, Mage-Bot soll aber weiterhin eine echte Option bleiben.
Was das für LEC, LCK und Wettmärkte bedeutet
Wer Profi-League verfolgt, sollte diesen Patch genau lesen. Roamende Supports haben das Early-Game-Tempo die ganze Saison geprägt – First-Blood-Zeitpunkte, Dive-Häufigkeit in der Botlane und wie schnell sich die Map öffnet. Eine härtere Strafe außerhalb der Lane hält Supports länger unten, was traditionell Teams mit sauberem 2v2-Spiel und skalierenden Marksmen entgegenkommt.
Marksmen mit anhaltendem Schaden wie Jinx, Caitlyn, Zeri und Kai’Sa dürften von den Item-, Runen- und Survivability-Buffs am stärksten profitieren. Kehren diese Picks in die Draft-Priorität zurück, wirkt sich das auf Märkte rund um First Blood, frühe Kill-Totals und Spieldauer aus. Wie immer gilt: Erst die finalen Patch Notes und die erste Spielwoche abwarten, bevor man daraus Schlüsse zieht – Vorschau-Änderungen werden vor dem Live-Release regelmäßig noch angepasst.
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Quelle: Dot Esports
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