MOUZ sind wieder Champions. Das in Hamburg beheimatete Team schlug Team Spirit am 2. August im Grand Final der BLAST Bounty 2026 Season 2 auf Malta mit 3:1 und beendete damit eine Titelflaute, die 17 Monate bis zurück zum PGL Cluj-Napoca reichte.
So lief das Finale
MOUZ legten mit einem 13:8 auf Dust2 los und lieferten auf Mirage die einseitigste Map der Serie ab: 13:4 gegen ein Spirit-Team, das nichts mit der Nummer drei der Welt zu tun hatte. Ancient ging mit 13:9 an das CIS-Roster, was kaum überraschte, denn dort hatten sie vor dem Finale sieben Maps in Serie gewonnen. Danil “donk” Kryshkovets fand endlich zu seiner Form zurück und erzwang eine vierte Map.
Nuke wurde die knappste der vier Maps. MOUZ bauten in der Offensive eine 6:4-Führung auf und gingen mit 7:5 in die Seitenwahl, nachdem Boris “magixx” Vorobiev mit einem Five-seveN-Triple ein 3-gegen-5 drehte. Spirit glichen nach der Pause zum 7:7 aus, und nach 20 Runden stand es weiterhin 10:10. Dann bekamen MOUZ die Verteidigung in den Griff, ein Vierfachkill von Spinx gegen Pistolen brachte Mappoint, und eine Runde später war die Serie bei 13:10 entschieden.
Spinx bekommt endlich seinen MVP
Lotan “Spinx” Giladi war auf allen vier Maps der beste Spieler auf dem Server: 1,91 auf Dust2, 1,86 auf Mirage, 1,16 selbst in der Niederlage auf Ancient und 1,41 auf Nuke, was ein Serien-Rating von 1,54 ergibt. Er führte alle wichtigen Werte an: 89,3 ADR, 81,9 Prozent KAST, plus 4,97 Prozent Round Swing und 78 Kills, fünfzehn mehr als jeder andere. HLTV kürte ihn zum MVP des Events, dem ersten in der Karriere des 25-Jährigen.
Der Titel kam zudem im ersten Turnier nach der Rückkehr von Oldrich “PR” Novy zu MOUZ. Der 18-jährige Tscheche war mit 1,10 der zweitbeste Spieler seines Teams im Finale. Auch Adrian “xelex” Vincze (1,08) und Adam “torzsi” Torzsas (1,05) blieben im Plus, damit schlossen vier von fünf MOUZ-Spielern das Grand Final positiv ab.
Was das für die Wettmärkte bedeutet
Spirit kamen als Nummer drei der Weltrangliste in das Finale, MOUZ standen auf Platz zehn, und der direkte Vergleich machte die Quoten noch schiefer: MOUZ hatten die vorherigen sieben Duelle verloren. Dorian “xertioN” Berman brachte es im Broadcast auf den Punkt und scherzte, dass niemand MOUZ achtmal in Folge besiegt.
Genau dieses Muster macht CS2-Outrights so unangenehm. Ein einseitiger Head-to-Head-Verlauf bläht die Quote des Favoriten noch lange auf, nachdem sich der eigentliche Formunterschied schon geschlossen hat. Wer MOUZ im Outright oder auf die Map-Handicaps gespielt hat, wurde dafür belohnt, den Roster-Wechsel statt der Statistik zu lesen.
Spirits Problem war individuell, nicht taktisch. Nur donk lag im Finale mit 1,07 über einem Rating von 1,00, während Dmitry “sh1ro” Sokolov (0,90), Myroslav “zont1x” Plakhotia (0,85) und Andrey “tN1R” Tatarinovich (0,83) deutlich unter ihren Saisonwerten blieben. Für Live-Wetten war Mirage das klare Signal: Bei der 4:13-Niederlage blieben vier Spirit-Spieler unter 0,92.
Wie es weitergeht
Das CS2-Event des Esports World Cup 2026 steht in etwa einer Woche an, die Qualifikationsgruppen sind bereits gezogen. Danach folgt später im Monat BLAST Open Porto, im Herbst dann StarLadder StarSeries Fall. MOUZ gehen erstmals seit über einem Jahr mit einer eingespielten Fünf in diese Phase. Spirit haben weiterhin das höchste individuelle Niveau der Szene und werden in den meisten Brackets als Favorit starten, doch die Unbesiegbarkeit gegen MOUZ ist Geschichte.
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