Riot Games zeichnet das meistbeachtete Stück Kartenfläche im kompetitiven League of Legends neu: die Botlane. Patch 26.16 erscheint am 12. August 2026 und bringt ein Paket aus Marksman-Buffs und Nerfs für die Support-Ökonomie, das die Mage-Botlane zurück in die Midlane schicken soll.
Wie Mages die Botlane übernommen haben
Beim MSI 2026 war die Strategie noch eine Randerscheinung und machte nur rund ein Fünftel der Botlane-Picks aus. Spätestens beim Esports World Cup und beim KeSPA Cup wurde sie zur echten Draft-Priorität, und der Trend schwappte in die Ranked-Warteschlange über. Die Logik dahinter ist simpel: Ein Mage schiebt die Welle allein, während der Support früh die Lane verlässt, und klassische ADCs hatten schlicht zu wenig Magieresistenz, um den Poke zu bestrafen.
Riots Lead Gameplay Designer Matt „Phroxzon“ Leung-Harrison erklärt die Entwicklung als Folge früherer Balance-Arbeit und spricht von „2 major swings towards roaming supports and away from ADC bot“. Mage-Botlanes sollen laut Riot weiterhin möglich sein, nur eben nicht dominant – Profis sollen nicht über Nacht eine komplett neue Champion-Klasse lernen müssen.
Die Änderungen mit Wettbewerbsrelevanz
- Alle Marksmen erhalten drei Punkte mehr Basis-Magieresistenz, dafür wächst der Wert pro Level etwas langsamer.
- Berserkerstiefel steigen von 25 auf 30 Prozent Angriffstempo, in der Tier-3-Variante sogar auf 45 Prozent.
- Die Heilung von Fleet Footwork klettert vor Skalierung von 10-130 auf 15-160.
- Runaans Hurrikan trifft härter: Wind’s Fury geht von 55 auf 65 Prozent AD.
- Die Support-Rollenquest zahlt weniger für Schaden an Champions und Türmen und mehr fürs Farmen – genau der Roaming-Support, der die Mage-Botlane erst ermöglicht hat, wird also besteuert.
- Merkurs Stiefel verlieren fünf Magieresistenz, Zaubererschuhe gewinnen zwei Magiedurchdringung.
Gewinner und Verlierer
Azir bekommt auf allen Rängen pauschal 10 Schaden mehr auf sein Q – ein Wink Richtung des Press-the-Attack-Builds, das sich im hohen Elo bereits eingeschlichen hat. Gwens Passive wandelt künftig 66 statt 50 Prozent des Schadens nach Mitigation in Heilung um, und Kennens Ultimate gewinnt sowohl Resistenzen als auch Schaden.
Auf der anderen Seite trifft es Poppy breitflächig: Der Basis-Angriffsschaden sinkt auf 56, die Bonus-AD-Skalierung ihres Q wird gekürzt. Sie war zuletzt in drei Rollen ein bequemer Flex-Pick. Camille als Support verliert über Passiv-Schild und Manakosten an Stärke, und Bel’Veth wird zurückgestuft, nachdem ihr Rework in Patch 26.15 über das Ziel hinausgeschossen war.
Was das für die Quoten bedeutet
Patch-Tage sind die unruhigsten Momente im League-Kalender für alle, die Esports-Wettmärkte lesen. Teams, die ihren Sommer um Roaming-Supports und Mage-Kompositionen herum gebaut haben, verlieren ausgerechnet zum Saisonfinale einen Teil ihrer Identität. Draft-nahe Märkte wie First Blood, erster Drache, Kill-Gesamtzahl oder Spieldauer bewegen sich dabei meist früher als die reinen Siegquoten.
Die ersten zwei bis drei Tage auf einer neuen Version sind erfahrungsgemäß die Phase mit den weitesten Preisen, weil schlicht noch niemand genug Daten hat. Genau dort zählt Disziplin am meisten: Wer für den Saisonendspurt ein neues Konto eröffnet, sollte vorher die Umsatzbedingungen bei Esports-Willkommensboni lesen, statt einer Quote hinterherzulaufen.
Patch 26.16 ist ein erster Schritt und noch keine abgeschlossene Korrektur. Riot hat angekündigt, weitere experimentelle Änderungen zu testen – das Botlane-Bild kann also bis zum Playoff-Bracket noch einmal ganz anders aussehen.
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