Virtus.pro lösen ihr Dota-2-Roster nach dem dritten verpassten TI auf — fünf Namen sind jetzt frei

Virtus.pro haben das Kapitel jenes Rosters geschlossen, mit dem die Durststrecke enden sollte: Wenige Wochen nach The International 2026 trennt sich die Organisation von der kompletten Aufstellung. Die Entscheidung folgt auf eine Saison, die nie die Tier-1-Ergebnisse brachte, die sich die Klubführung selbst vorgenommen hatte — und sie schiebt ein vollständiges Starting Five in ein Transferfenster, das ohnehin schon voll ist.

Der Zusammenhang ist wichtiger als die Meldung selbst. Es ist das dritte Jahr in Folge, in dem VP das größte Turnier des Jahres verpassen. Für einen Klub, der seit 2012 in Valves MOBA antritt und weiterhin den Rekord für die meisten Major-Titel hält, ist das eine ungewohnte Position. Die europäische Qualifikation endete mit zwei Serien, die beide gleich knapp ausgingen: eine 1-2-Niederlage gegen den späteren TI-Finalisten TEAM VISION im Upper-Bracket-Qualifikationsspiel, danach ein weiteres 1-2 gegen HULIGANI im Lower-Bracket-Entscheidungsspiel. Zwei Chancen, zwei identische Ergebnisse, kein Auftritt beim Aegis.

Die Aufstellung, die geht

Das aufgelöste Roster war ein internationales Projekt, das im September des Vorjahres um den ehemaligen Kern von Shopify Rebellion gebaut wurde. Enzo „Timado” Gianoli spielte Carry, Abed Azel „Abed” Yusop die Midlane, Jonáš „SaberLight” Volek den Offlane, Kirill „Hellscream” Lagutik den Soft Support, und Routinier Tal „Fly” Aizik übernahm Hard Support und Draft. Trainer war Kanishka „BuLba” Sosale.

Auf dem Papier war das eine der erfahrensten Einheiten Europas. In der Praxis war die Saison eine lange Suche nach einem stabilen Boden. Der siebte bis achte Platz bei der DreamLeague Season 27 bleibt der Höhepunkt. Beim FISSURE Playground 2 wurden VP Letzter. ESL One Birmingham und PGL Wallachia Season 8 endeten jeweils vor den Playoffs. Der letzte Auftritt kam beim Esports World Cup 2026, wo das Team in der Survival Stage an Rune Eaters scheiterte.

Was ein freier Kern mit dem Markt macht

Fünf verfügbare Spieler plus Coach sind ein echter Angebotsschock in einer Szene, in der die Post-TI-Rochade regelmäßig die halbe Top Ten umbaut. Flys Wert als Kapitän und Drafter hat schlechte Teamergebnisse in der Vergangenheit gut überlebt, und Abed wie Timado sind Namen, hinter denen Mid-Tier-Organisationen herlaufen werden. Wer den Markt beobachtet, sollte genau hier hinschauen: Rosters, die einen oder zwei dieser Spieler aufnehmen, werden im Dezember deutlich anders aussehen als heute.

Das hat unmittelbare Folgen für jeden, der die früheren Saisonmärkte kalkuliert — auch für die Dota-2-Quoten bei den großen Buchmachern. Neu zusammengesetzte Aufstellungen sind die unberechenbarsten Objekte im Esports-Wetten: Synergiedaten werden zurückgesetzt, individuelle Form überträgt sich ungleichmäßig, und Eröffnungsquoten im ersten Monat einer Saison entstehen mindestens so stark aus Reputation wie aus Resultaten. Vernünftig ist es, das erste Tier-1-Event 2027 als Informationsbeschaffung zu behandeln statt als Wettgelegenheit — und bei einem neuen Roster zwei oder drei Serien abzuwarten, bevor man einer Zahl daran vertraut.

Weil in der Umbauphase erfahrungsgemäß viele Konten eröffnet und aufgeladen werden, lohnt es sich außerdem, die Bedingungen einer Aktion wirklich zu lesen, bevor man sich bindet — unsere Übersicht dazu, wie Willkommensboni tatsächlich funktionieren, erklärt die Umsatzvorgaben, über die die meisten stolpern.

VP bleiben in Dota 2

Die Organisation stellte ausdrücklich klar, dass die Auflösung kein Ausstieg ist. Man bleibe dem Titel verpflichtet und wolle mit einem Team zurückkommen, das an der Spitze mitspielen kann; Details zur nächsten Aufstellung sollen separat folgen. Bei vierzehn Jahren in der Szene und fünf Major-Titeln ist das eine glaubwürdige Ansage und keine Höflichkeitsfloskel — es bedeutet aber auch, dass der Klub dasselbe Problem nun zum vierten Mal lösen muss. Und die Rechnung in der Qualifikation wird nicht leichter.

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