BLAST Open Porto zieht in die Arena – Spirit und MOUZ sind nur noch zwei Siege vom Titel entfernt

Die Kopenhagener Hälfte des BLAST Open Porto 2026 ist abgeschlossen, und von den ursprünglich sechzehn Teams steigen nur sechs ins Flugzeug nach Portugal. Für alle, die das Abschlusswochenende bewerten wollen, zählt dabei nicht nur, wer überlebt hat, sondern wie: Zwei der sechs überspringen das Viertelfinale komplett, und das Tableau, das aus der Gruppenphase herausgefallen ist, ist so schief, dass der Außenseiter- und Siegermarkt neu gedacht werden muss.

Spirit und MOUZ gewannen ihre Gruppensieger-Matches und wurden direkt für das Halbfinale am Samstag gesetzt. Spirit erledigte das souveräner und schob FURIA mit 2:0 beiseite. MOUZ brauchte drei Karten gegen Falcons und setzte sich 2:1 durch. Die beiden restlichen Playoff-Plätze gingen an die Sieger der Entscheidungsspiele: G2 bezwang Aurora knapp mit 2:1, Vitality ließ FUT beim 2:0 keine Chance.

Damit steht für Freitag in der Super Bock Arena folgendes Viertelfinal-Programm an: Falcons gegen G2 um 16:00 Uhr, danach FURIA gegen Vitality um 19:30 Uhr, beides Best-of-Three. Die Sieger treffen am Samstag auf Spirit beziehungsweise MOUZ, erneut über drei Karten, bevor am Sonntag das Best-of-Five-Finale ansteht. Insgesamt geht es um 1,1 Millionen Dollar, aufgeteilt in 400.000 für die Spieler und 700.000 für die Klubs. Der Champion nimmt 150.000 Dollar mit, die Organisation zusätzlich 100.000.

Die Setzung ist die eigentliche Geschichte. Falcons gingen als Weltranglistenzweiter in die Woche und landeten nach der Gruppenphase auf derselben Tableauseite wie Spitzenreiter Spirit. Die beiden bestbewerteten Rosters im kompetitiven Counter-Strike können sich also nur noch im Halbfinale begegnen. MOUZ, als Fünfter der sechs Qualifikanten das am schlechtesten platzierte Team, erwischte den deutlich weicheren Weg. Wer ein Tableau-Modell rechnet statt einfach die beste Mannschaft zu setzen, sollte diese Lücke bemerken – solche strukturellen Details sickern erfahrungsgemäß erst in den ersten vierundzwanzig Stunden nach der Auslosung in die Quoten der Buchmacher durch.

Für einige Reputationen war die Gruppenphase brutal. Natus Vincere fuhren als Neunt- bis Zwölftplatzierte nach Hause, nach einem 1:2 gegen M80 und einem 0:2 gegen G2 – ein früher Abgang, der die schwierige Phase der Organisation fortschreibt. Legacy, Inner Circle und M80 teilten ihr Schicksal. Aurora und FUT wurden Siebte beziehungsweise Achte und schieden beide erst am letzten Gruppentag aus. Lynn Vision, 9z, paiN und DENDELE kamen über die Eröffnungsrunden nie hinaus.

Vitality sind das Team, das sich am schwersten einschätzen lässt. Am 27. August verloren sie 0:2 gegen Inner Circle, ein Ergebnis, das zu ihren Bestzeiten undenkbar gewesen wäre, danach schlugen sie 9z, Legacy und FUT ohne Serienverlust. Sie reisen als Weltranglistenvierter nach Porto, mit einer Formkurve, die praktisch jede These über sie stützt. Das Viertelfinale gegen FURIA ist das erste Duell der beiden seit IEM Rio.

Bei MOUZ hängt derweil eine Map-Pool-Frage in der Luft. Nach der Gruppenphase merkte In-Game-Leader karrigan an, das Team habe „played too much Dust2“ und müsse das Veto verbreitern. Das Freilos ins Halbfinale verschafft ihnen zwei zusätzliche Tage genau dafür – der stille Vorteil einer guten Setzung, der sich in den Quoten selten abbildet.

Falcons gegen G2 ist außerdem eine Neuauflage des Auftaktduells beider Teams in Stage 3 des IEM Cologne Major, was dem Freitag eine echte Rivalitätsnote gibt. Wer das Wochenende mit Einsatz verfolgen will, sollte den üblichen Grundsatz beherzigen: Das Drei-Tage-Format presst viel Varianz in sehr wenige Karten, also zählt die Einsatzhöhe mehr als die Meinung. Wer für die Finals ohnehin ein neues Konto eröffnet, vergleicht die aktuellen Esports-Wettboni besser vor der Einzahlung als danach.

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