Der letzte Weg in den Counter-Strike 2-Wettbewerb des Esports World Cup 2026 führt dieses Wochenende über Paris – und das Format ist so unbarmherzig, wie es angekündigt war. 64 Teams haben sich für den EWC Open Qualifier eingeschrieben, 16 Doppel-K.-o.-Gruppen mit je vier Mannschaften sortieren sie innerhalb von zwei Tagen. Nur vier davon reisen mit einem Platz beim Hauptturnier um zwei Millionen US-Dollar ab.
Jede Partie ist eine Best-of-Three, die zwei besten Teams jeder Gruppe kommen weiter, und wer übrig bleibt, landet am Sonntag direkt im Single-Elimination-Bracket. Es gibt kein Netz und keinen Seeding-Bonus: Ein schwacher Freitagnachmittag kann eine Planung beenden, an der eine Organisation den ganzen Sommer gearbeitet hat.
Liquid und 100 Thieves ohne Kartenverlust
Zwei der größten Marken im Feld erledigten die Gruppenphase ohne Aufregung. Liquid setzte sich in Gruppe L durch, ohne eine Map abzugeben, 100 Thieves gelang in Gruppe K dasselbe – Jack „Gizmy” von Spreckelsen legte im Freitagsauftakt ein Rating von 2.85 hin, eine Zahl, die eher nach Highlight-Video als nach Ergebnisliste klingt.
Aus den Gruppen I bis P zogen außerdem K27, FOKUS, Virtus.pro, NRG, Echo und EYEBALLERS weiter. Der auffälligste Auftritt gehörte K27: Das russische Team schickte SINNERS im Winners-Match mit 13:0 vom Server. Echo bezwang OG mit 2:1, EYEBALLERS verloren Ancient in der doppelten Verlängerung mit 17:19 gegen Phantom und machten die Serie anschließend auf Anubis klar.
Eternal Fires Schrecksekunde und der größte Ausrutscher des Tages
Das türkische Roster war das einzige echte Schwergewicht, das am Samstag in die Ausscheidungsspiele musste. NADE aus Nordmazedonien gewann am Freitag mit 2:1: Eternal Fire holten Dust2 mit 13:5, gaben dann Ancient mit 7:13 und Mirage mit 11:13 ab. Ein Forfeit von SadFamous brachte sie direkt ins Decider-Match, wo sie NADE im Rückspiel schlugen und ihr Wochenende retteten.
Die klarste Überraschung gelang Prestige: 2:1 gegen Metizport, obwohl Ancient mit 2:13 verloren ging, ehe Inferno mit 13:5 und Nuke mit 13:7 folgten. Metizport waren der größte Name, der in dieser Runde ausschied. SINNERS erholten sich von der 13:0-Klatsche mit einem 2:0 gegen Dark Tigre, und auch Sashi, OG, Acend, Phantom sowie JiJieHao setzten sich in ihren Deciders durch.
Aus den ersten acht Gruppen waren BC.Game – mit s1mple, electroNic und Magisk – sowie BIG bereits am Freitag unter den ersten Qualifikanten. Fluxo, SAW und 1win kämpften zum Zeitpunkt der Decider noch um die restlichen Plätze.
Was das für die Quoten bedeutet
Kurze Best-of-Threes zwischen Tier-1-Namen und hungrigen Herausforderern sind genau die Spiele, in denen die Vorab-Preise der Realität hinterherlaufen – und die Pariser Gruppen haben davon schon einige geliefert. Wer die Märkte verfolgt, sollte im Blick behalten, dass die Buchmacher mit Esports-Angebot Open Qualifier meist über Ranking-Daten bepreisen, die ein 13:0 oder eine doppelte Verlängerung binnen eines Tages entwerten kann. Der EWC ist über alle Titel hinweg zu einem der prägenden Events der Saison geworden – der Dota-2-Teil des Turniers hat seinen Champion in Paris längst gefunden – und das Single-Elimination-Bracket am Sonntag entscheidet, welche vier CS2-Teams dazustoßen.
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