The MongolZ ziehen die Reißleine. Am 15. September bestätigte die mongolische Organisation, dass Dugarsuren „DarkMeister“ Ireedui und Zolbayar „tikuak“ Chimedtseren auf die Bank gesetzt werden – nach gerade einmal zwei Monaten im aktiven Roster. Für ein Team, das in den vergangenen drei Jahren zu den gefürchtetsten Außenseitern in Counter-Strike 2 gehörte, ist das ein ernüchterndes Eingeständnis: Der Sommer-Umbau hat nicht funktioniert.
Neun Matches, zwei Ratings unter 0,95
Die Zahlen hinter der Entscheidung sind eindeutig. In neun offiziellen Partien mit dem Hauptteam kam tikuak laut HLTV auf ein durchschnittliches Rating von 0,91, DarkMeister auf 0,92. Beide hatten in asiatischen Wettbewerben vielversprechend ausgesehen, doch der Sprung auf Tier-1-Niveau überforderte sie. Die Feuerkraft, die mit den Abgängen von Azbayar „Senzu“ Munkhbold und Ayush „mzinho“ Batbold verloren ging, konnten The MongolZ nie ersetzen.
Die Ergebnisse erzählen dieselbe Geschichte. Platz 9–16 beim Esports World Cup war für ein Team, das 2025 Major-Playoffs und Grand Finals erreicht hatte, bereits eine Enttäuschung. FISSURE Playground 3 in Suzhou wurde dann zur regelrechten Blamage: The MongolZ verloren einen Overtime-Decider gegen MIBR, gingen anschließend 0:2 gegen die Landsleute von 5star unter und schieden als geteilter Letzter aus. Es war die erste Niederlage in fünf LAN-Duellen gegen ein Team aus dem eigenen Land.
Die cobrazera-Frage
Bemerkenswert: The MongolZ waren mit einer weiteren Änderung nach Suzhou gereist und hatten Veteran Sodbayar „Techno“ Munkhbold zugunsten von Anarbileg „cobrazera“ Uuganbayar gebankt. Der 19-Jährige lieferte mit einem Rating von 1,34 über das Turnier ab – doch weil die beiden Neuzugänge nicht funktionierten, reichte Einzelform nicht aus. In der offiziellen Roster-Mitteilung steht Techno nun wieder unter den drei aktiven Spielern, während cobrazera gemeinsam mit DarkMeister und tikuak auf der Bank sitzt.
Übrig bleibt der Kern aus Garidmagnai „bLitz“ Byambasuren, Usukhbayar „910“ Banzragch und Techno, dazu Erdenedalai „maaRaa“ Bayanbat als Coach. Ob cobrazera eine weitere Chance bekommt oder die Organisation sich in einer mongolischen Szene bedient, die gerade den Überraschungssieg von 5star hervorgebracht hat, ist die naheliegende nächste Frage.
Ein Monat Zeit
Die Uhr läuft. Der nächste geplante Auftritt von The MongolZ ist PGL Masters Bucharest 2026 in der zweiten Oktoberhälfte. Das lässt rund fünf Wochen, um zwei Spieler zu verpflichten, einen Map-Pool aufzubauen und die aggressive Identität wiederzufinden, die das Team einst zu einem der unterhaltsamsten der Szene machte. Das VRS-Ranking rutscht seit dem Spätsommer ohnehin ab, und ein weiteres frühes Aus in Rumänien würde den Invite-Status für die Winter-Events ernsthaft gefährden.
Was das für Wetter bedeutet
Aus Wett-Sicht sind The MongolZ zu einem der am schwersten einzuschätzenden Teams der Top 30 geworden. Der Name trägt noch das Gewicht der 2025er-Saison, weshalb Buchmacher sie häufig kürzer setzen, als es die aktuelle Form rechtfertigt. Solange die neue Fünf nicht steht und ein paar Matches gespielt hat, ist es sinnvoll, sie gegen jedes etablierte Tier-1-Team als Außenseiter zu behandeln und eher auf Map-Handicaps als auf Siegwetten zu schauen. Wer für die Bukarest-Storylines ein neues Konto eröffnet, findet in unserer Übersicht zu Willkommensboni, worauf vor der ersten Einzahlung zu achten ist.
Vorerst ist das Aushängeschild der Mongolei ein Drei-Mann-Projekt mit viel Beweislast. Talent gibt es in der Region offensichtlich genug – 5star haben das gerade gezeigt –, aber The MongolZ müssen schnell die richtigen Teile finden, wenn sie zum Jahresende mehr als ein Nostalgie-Tipp sein wollen.
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