Das langlebigste chinesische Offseason-Turnier von League of Legends verlässt China. TJ Sports und Huya haben den Demacia Cup zum 2026 Demacia Cup Global Invitational umgebaut: zwölf Teams, vom 3. bis 17. Oktober, mit Vertretern aus LPL, LCK, LEC, LCS, LCP und CBLOL. Nach über einem Jahrzehnt als rein nationale Veranstaltung — die Ausgabe 2025 endete mit einem 3:0-Sweep von Invictus Gaming gegen JD Gaming bei 1,2 Millionen Yuan Preisgeld — wird der Pokal damit zu einem der wenigen wirklich internationalen Termine im League-of-Legends-Wettkalender, den Riot nicht selbst ausrichtet.
Ein Invitational aus lauter Worlds-Verlierern
Die Zugangsregeln machen das Event seltsam und gerade deshalb spannend: Eingeladen wird ausschließlich, wer sich nicht für die Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert hat. LPL und LCK erhalten je drei Plätze, reserviert für die bestplatzierten berechtigten Teams auf den Rängen fünf bis sieben. LEC und LCS bekommen je zwei Slots für den vierten und fünften Platz, LCP und CBLOL jeweils einen — Brasilien schickt wegen des Terminplans seinen Vierten.
Die Verteilung ist nicht willkürlich, sondern folgt den Regionalergebnissen beim MSI 2026: Die zwei stärksten Regionen bekommen drei Einladungen, die Plätze drei und vier je zwei, der Rest eine. Sagt ein Team ab, rückt das nächstberechtigte nach. Das endgültige Zwölferfeld steht damit erst fest, wenn die regionalen Saisons und die Worlds-Qualifikation durch sind — vermutlich wenige Tage vor dem Start der Swiss-Phase.
Format: Swiss online, danach Peking
Los geht es mit einer Online-Swiss-Phase vom 3. bis 8. Oktober. Alle zwölf Teams starten im selben Feld, die Auftaktpaarungen werden zufällig gezogen, wobei regionsinterne Duelle vermieden werden, und acht Mannschaften kommen weiter. Die erste Runde läuft im Best-of-One, alles danach im Best-of-Three.
Die verbliebenen acht reisen anschließend in die Heimspielstätte von JD Gaming nach Peking, wo vom 12. bis 17. Oktober im K.-o.-System gespielt wird — jede Partie im Best-of-Five. Die Viertelfinals steigen am 12. und 13. Oktober, die Halbfinals am 14. und 15., das Finale am 17. Oktober. Für die Offline-Phase kehren die Coach Comms zurück: Ein Trainer darf bis zu dreimal pro Spiel für 45 Sekunden direkt mit seinem Team sprechen, ohne dass die Partie pausiert wird. Erprobt wurde das erstmals beim Demacia Cup 2025, später im LCK Cup und in der LCP.
Das Preisgeld steigt von 1,2 auf 1,5 Millionen Yuan (rund 223.000 US-Dollar). Der Sieger erhält 600.000 Yuan, der Finalist 400.000, die Halbfinalisten je 175.000 und die im Viertelfinale Ausgeschiedenen je 37.500.
Warum die Quoten weich sein dürften
Für eine präzise Bepreisung ist das nahezu der schlimmste denkbare Fall — und genau deshalb lohnt der Blick. Direkte Vergleichsdaten zwischen Fünft- bis Siebtplatzierten verschiedener Regionen gibt es praktisch nicht, das Teilnehmerfeld steht spät fest, und die Motivationslage ist eine echte Unbekannte: Manche Rosters spielen wenige Wochen nach einer verpatzten Saison, andere behandeln Peking als Vorspiel für den Kadermarkt.
Dazu kommt die Best-of-One-Auftaktrunde, in der ein einziger Draft-Fehler eine Serie kippt, die es gar nicht gibt. Die Swiss-Phase wird dadurch zur Varianzmaschine, das Bracket mit lauter Best-of-Five-Serien dürfte deutlich ehrlicher ausfallen. Wer von Tag eins an mitverfolgt, fährt besser damit, die Swiss-Runde als Beobachtungsphase zu behandeln und den Einsatz für Peking aufzuheben — und wer eigens für den Oktober ein Konto eröffnet, sollte auf die Umsatzbedingungen der Willkommensboni mehr geben als auf die groß beworbene Summe.
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