Mega Deal: Saudis kaufen ESL Gaming für eine Milliarde Euro

Die Gaming Branche hat einen Megadeal zu verzeichnen. Investoren aus Saudi Arabien haben den deutschen Weltmarktführer der eSport Veranstaltung – ESL Gaming aus Köln – übernommen. Die Saudis haben sich die Übernahme eine Milliarde Dollar kosten lassen. Die Summe ist ein Beleg für den Aufstieg und die Werthaltigkeit des eSports.

Der Aufstieg von ESL Gaming

ESL gibt es seit mittlerweile 20 Jahren. Das Unternehmen hat frühzeitig das Potential der eSport Events erkannt. Begonnen hat ESL Gaming einst mit der Organisation von LAN-Partys. Heute steht ESL Gaming hinter mehreren Top-Veranstaltungen der Szene, zum Beispiel hinter dem bekanntesten Event – dem Intel Extreme Masters im polnischen Katowice.

Geführt wurde ESL Gaming bisher von Gründer und CEO Ralf Reichert. Er und einige seiner Manager haben zuletzt noch acht Prozent am Unternehmen gehalten. Haupt-Eigentümer von ESL Gaming war die Modern Times Group.

Die Savvy Gaming Group hat alle Anteile von MTG und von Ralf Reichert übernommen. Der 47jährige wird sich gleichzeitig aus dem operativen Geschäft zurückziehen und als Executive Chairman Kontroll- und Berater-Tätigkeiten übernehmen. Die Savvy Gaming Group beschäftigt derzeit ca. 600 Mitarbeiter. Eigentümer von SGG ist der Public Investment Fund (PIF), ein Staatsfond aus Saudi Arabien.

Britischer Kontrahent wird ebenfalls übernommen

Die Saudis werden aber nicht nur in Deutschland investieren, sondern gleichzeitig den ESL-Konkurrenten Faceit aus Großbritannien übernehmen. Während ESL Gaming sich auf die Ausrichtung der professionellen Wettkämpfe spezialisiert hat, ist Faceit der bekannteste Veranstalter für Events der Freizeitspieler. Der Deal kostet SGG weitere 500 Millionen Dollar.

eSport für Sponsoren immer interessanter

Der eSport hat in der Coronakrise nochmals einen Boom erlebt. Es wäre aber zu einfach den Erfolg der Branche rein an der Pandemie festzumachen. Schon vor der Covid-19 sind die Zuschauerzahlen online und offline stetig gestiegen. Schaut man sich die Preisgelder, die Zahl der aktiven Spieler sowie die Nutzer von Streamingdiensten wie Twitch an, gibt’s in der Beliebtheit der eSport Disziplinen ein klares Ranking.

  • Counter-Strike: Global Offensive (CS:GO)
  • Fortnite
  • Dota 2
  • League of Legends

Die LOL Weltmeisterschaft haben Ende 2021 insgesamt 180 Millionen Fans vor den Bildschirmen live gesehen.

Genau diese Zahlen sind es, die den eSport für die Sponsoren interessant machen. Unternehmen wie Intel, DHL, BWM und Mercedes haben das Potential längst für sich entdeckt. Mehrere deutsche DAX-Konzerne favorisieren die Werbung über die eSport Kanäle. Die potentiellen Kunden werden direkt angesprochen. Ein typischer eSport Fan ist männlich, zwischen 26 und 40 Jahren alt, überdurchschnittlich gebildet und mit einem überdurchschnittlichen Einkommen ausgestattet. Pro Tag verbringt ein eSport Enthusiast drei Stunden vor dem Bildschirm.

Brian Ward wird neuer Chef von SGG

Chef der Savvy Gaming Group ist Brian Ward. Der Saudis haben einen bestens vernetzten Manager der Szene verpflichtet. Ward war vorher für Electronic Arts, Microsoft und Activision tätig. Das Ziel von SGG sei es, so der Manager, ein eSport Ökosystem der Weltklasse zu schaffen. „SGG ist angetreten, stark in die Bereiche Gaming und E-Sports zu investieren und um die globale Gaming[1]Community zu stärken“, so Brian Ward.

Bereits im Februar Masters mit über 10.000 Fans

Geht’s es nach Ralf Reichert, werden übrigens die Fans bald wieder in die Hallen zurückkehren. Beim Masters im Februar in Katowice sollen 10.000 Fans dabei sein – pro Tag.